Abriss: Haus Gläsker weicht den Ärztehäusern

Ortskernerneuerung: Gestern rollte der Bagger an und begann mit dem Abriss des Gebäudekomplexes. Im März startet der Neubau. Bereits zum Jahresende sollen die ersten Mieter einziehen

Frank Jasper

Abrissarbeiten am Haus Gläsker - © Frank Jasper
Abrissarbeiten am Haus Gläsker (© Frank Jasper)
Der Plan: Auf dem Grundstück entstehen zwei baugleiche Häuser, verbunden durch eine Tiefgarage. - © Grafik: Architekt Nitschke
Der Plan: Auf dem Grundstück entstehen zwei baugleiche Häuser, verbunden durch eine Tiefgarage. (© Grafik: Architekt Nitschke)

Steinhagen. Scheinbar mühelos zerlegt der Bagger das Haus. „Für den Abriss brauchen die Mitarbeiter der Firma Olaf Krause nur zwei Tage", sagt Architekt Hendrik Nitschke, der für das Grundstück zwei neue Häuser geplant hat und sich gestern vor Ort ein Bild machte.

Für Renate Henke, Tochter der einstigen Besitzer Paul und Elisabeth Gläsker, verschwindet damit auch ein Stück Familiengeschichte. Bis 1982 führte die Familie Gläsker hier ihren Lebensmittelhandel. „Ich hatte lange genug Zeit, mich an den Gedanken zu gewöhnen, dass das Haus abgerissen wird. Darum tut mir der Anblick jetzt nicht weh. Zumal das Gebäude in den vergangenen Jahren immer mehr verfallen ist", teilte Renate Henke gestern auf HK-Anfrage mit.

Bereits ihre Großeltern hatten auf dem Grundstück einen Kolonialwarenladen. Ihre Eltern errichteten an gleicher Stelle ein neues Gebäude, in dem sie ein Geschäft für Backwaren und Lebensmittel eröffneten. Renate Henke selbst hat hier bis 1982 noch gearbeitet. Vor zwei Jahren verkaufte sie die Immobilie an die Immobilienfirma Sanssouci, die es wiederum an die Gemeinde Steinhagen veräußerte. Zuletzt füllten ein Secondhandgeschäft und ein Schuster die Ladenlokale mit Leben.

Im März soll der Neubau beginnen

Standort mit Tradition: Das erste Haus Gläsker an gleicher Stelle beheimatete einen Kolonialwarenladen. - © Foto: Privat/Henke
Standort mit Tradition: Das erste Haus Gläsker an gleicher Stelle beheimatete einen Kolonialwarenladen. (© Foto: Privat/Henke)

Jetzt wird das Haus mit der Adresse Am Markt 19 dem Erdbododen gleich gemacht. Nach dem Abriss des Haupthauses ist die angrenzende Garage an der Reihe, schließlich der Anbau an das Haus Nummer 13, in dem noch bis vergangene Woche eine Fahrzeugaufbereitungsfirma ihren Sitz hatte.

Bereits im März will Hendrik Nitschke mit dem Neubau loslegen. Auf dem Grundstück werden zeitgleich zwei in großen Teilen baugleiche Häuser hochgezogen, die unterirdisch durch eine Tiefgarage miteinander verbunden sind. In dem Gebäude neben der Markt-Apotheke werden im Erdgeschoss eine Arztpraxis und darüber ein Physiotherapeut einziehen. Im zweiten Obergeschoss sind fünf seniorengerechte Wohnungen geplant.

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Video vom Abriss

In dem benachbarten Gebäude soll laut Hendrik Nitschke ebenfalls eine Arztpraxis eröffnen. Außerdem ein Sanitätshaus und ein Café. Auch hier entsteht in den oberen Geschossen weiterer Wohnraum. „Es werden zurzeit Verhandlungen mit Interessenten geführt, noch stehen die Mieter für das zweite Objekt aber nicht fest", teilte Nitschke mit.

Vorrang bei dem Projekt hat die Erdgeschossfläche des Gebäudes neben der Markt-Apotheke. Denn hier sollen bekanntlich möglichst schnell die Ärzte Dr. Susanne Wiese und Dr. Arno Schäfer einziehen, die zum 1. Januar die Praxis von Dr. Reinhard Paul Knabe an der Beethovenstraße übernommen haben. Die Fertigstellung der Gemeinschaftspraxis ist für Jahresende terminiert. „Ja, das ist schon sehr sportlich geplant", bestätigt Hendrik Nitschke den Termin, er will aber gleichwohl an ihm festhalten.

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