45. Weihnachtscrosslauf: Mittelstreckler hat den längsten Atem

Christian Helmig

Packendes Duell: Michael Wilms (1582) und Elias Sansar (601) dominierten den Hauptlauf. Die Entscheidung fiel im Sclussspurt. - © Sven Hauhart, HK
Packendes Duell: Michael Wilms (1582) und Elias Sansar (601) dominierten den Hauptlauf. Die Entscheidung fiel im Sclussspurt. (© Sven Hauhart, HK)

Borgholzhausen. Die schönsten Weihnachtsgeschenke sind häufig die, mit denen man nicht rechnet. Erst am Donnerstag hatte sich Michael Wilms entschieden, in Borgholzhausen an den Start zu gehen. Sein Freund, den er eigentlich auf der Strecke unterstützen wollte, stieg vorzeitig aus. Nach 16 Kilometern war es dann der 30-Jährige von der LG Olympia Dortmund selbst, der im Ziel als Erster die Arme nach oben riss.

45. Weihnachtscrosslauf: Mittelstreckler hat den längsten Atem


Wilms triumphierte in einem der spannendesten Finals, die der Weihnachtscross bei seinen mittlerweile 45 Auflagen erlebt hat. Mit dem zehnfachen Hermannslaufsieger Elias Sansar (LG Lage-Detmold/Bad Salzuflen) und Stanley Kogei vom SV Brackwede hatte er das Rennen lange Zeit dominiert. Vier Kilometer vor dem Ziel wurde aus dem Dreikampf ein Duell zwischen dem späteren Sieger und Sansar. „Ich habe mich bergab besser gefühlt als er. Es war ein harter Fight", berichtete Wilms.

„Es ist eine große Ehre, gegen einen so großen Mann zu gewinnen"

Dass er im Schlussspurt auf der letzten Stadionrunde die besseren Karten hatte, war keine Überraschung. Wilms ist von Haus aus Mittelstreckenläufer – sein größter Erfolg: Platz zwei bei der DM 2012 über 3000 Meter Hindernis. „Es ist ein große Ehre für mich, gegen so einen großen Mann zu gewinnen", sagte der Sieger in einer Zeit von 56:41 Minuten mit Blick auf Sansar (56:44 Min.).

Der Zweitplatzierte hatte seine Chance offenbar schon bei der Materialwahl verspielt. „Ich habe lange überlegt und mich dann für Cross-Schuhe entschieden. Damit fehlte mir auf den Bahn am Ende der Halt", sagte der 37-Jährige, gab aber auch zu: „Michael war heute stärker als ich." Vereinsmeister des Ausrichters LC Solbad Ravensberg wurde Dirk Strothmann auf Platz vier.

Die mit Abstand schnellste Frau des Hauptlaufes kam vom TSVE Bielefeld. Stephanie Strate (Siegerzeit 1:07:00 Stunden) war nach eigener Aussage gar nicht bewusst, wie groß ihr Vorsprung auf Franziska Bossow (1:09:31) war. „Die Strecke war durch Matsch und Schnee sehr rutschig. Ich musste mich konzentrieren und habe nach vier Kilometern den Überblick verloren", sagte die 26-Jährige. Unter ihrem Mädchennamen Fritzmeier hatte sie in den vergangenen Jahren auch schon beim Hermannslauf als Zweit- und Drittplatzierte weit vorne mitgemischt. Lokalmatadorin Sabine Engels musste sich mit Platz fünf zufrieden geben.

Hubert Kaiser, Vorsitzender des LC Solbad, hatte indes schon zu Beginn des Rennens ein seliges Lächeln auf dem Gesicht. „Ein tolles Bild", schwärmte er beim Blick auf die scheinbar nicht enden wollende Läuferschlange im Ravensberger Stadion. Allein auf die 16-Kilometer-Distanz hatten sich über 700 Starter begeben. Insgesamt erreichten inklusive der Walker 951 Athleten das Ziel.

Dass alle unversehrt blieben, war nicht zuletzt dem Einsatz der vielen Solbader Helfer zu verdanken. Seit Donnerstag hatten sie die Strecke durch Hesseltal und Barenberg von Eis und abgebrochnen Ästen befreit, Wasser aus Pfützen abgelassen und am Abend vor dem Lauf im Stadion noch knietiefe Schneereste von der Laufbahn geräumt. Auch die Stadt Borgholzhausen hatte sich mächtig ins Zeug gelegt und wegen des großen Andrangs die Fertigstellung eines neuen Parkplatzes mit 22 Stellplätzen an der Gesamtschule vorgezogen.

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