Darts-WM im "Ally Pally": Versmolder Fußballer waren live dabei

Darts-WM: Versmolder Fußballer sind beim letzte Turnier von Phil Taylor live dabei

SVEN HAUHART

Familienfoto mal anders: Jürgen Gessat (links) und Sohn Jan-Hendrik posieren vor einem im Foyer des Ally-Pally aufgestellten Bus, auf dem die Dart-Heroen Peter Wright (links) und Michael van Gerwen überlebensgroß dargestellt sind. - © HK
Familienfoto mal anders: Jürgen Gessat (links) und Sohn Jan-Hendrik posieren vor einem im Foyer des Ally-Pally aufgestellten Bus, auf dem die Dart-Heroen Peter Wright (links) und Michael van Gerwen überlebensgroß dargestellt sind. (© HK)

London/Versmold. »Ally Pally«. Noch vor zwei, drei Jahren hätten diese zwei Wörter bei den meisten Sportfans in Deutschland fragende Blicke verursacht. Nur eingefleischte Experten wussten, dass es sich um den Austragungsort der Darts-WM seit 2007 handelt. Seit geraumer Zeit erfreut sich der ehemalige Kneipensport allerdings auch hierzulande steigender Beliebtheit. So verfolgten am Neujahrstag auf Sport1 in der Spitze 2,73 Millionen Menschen das WM-Finale zwischen dem neuen Champion Rob Cross und Altmeister Phil Taylor am TV-Bildschirm. Ein Rekord.

Dass die Stimmung unter den rund 3000 Fans im Londoner Alexandra Palace, dem sogenannten »Ally Pally« während des 19-tägigen Turniers besonders ausgelassen ist, hat sich längst herumgesprochen. Erstaunliche 24 Prozent aller WM-Tickets wurden in diesem Jahr nach Deutschland verkauft. Unter anderem an Jan-Hendrik Gessat und Ruben Herz. Die beiden Fußballer der Spvg. Versmold waren Teil einer zehnköpfigen Reisegruppe, der auch Gessats Vater Jürgen, ehemaliger Landesligastürmer der Sportvereinigung, angehörte.

Stilecht: Jan-Hendrik Gessat (links) und Ruben Herz. - © HK
Stilecht: Jan-Hendrik Gessat (links) und Ruben Herz. (© HK)

„Live ist die Atmosphäre noch mal um einiges beeindruckender", berichtet Jan-Hendrik Gessat von seinen Eindrücken des Viertelfinalabends am 29. Dezember. „Wir haben echt Glück gehabt und zwei absolute Top-Spiele gesehen", sagt der Dissener, der sich schon ein halbes Jahr vorher um die begehrten Eintrittskarten gekümmert hatte. Dieser Aufwand hat sich gelohnt: Die Partien Michael van Gerwen gegen Raymond van Barneveld und Phil Taylor gegen Gary Anderson gehörten zu den absoluten Highlights des Turniers. Natürlich auch, weil es einer der allerletzten Auftritte von Taylor war. Der 57-Jährige beendete nach dem verlorenen Finale seine Karriere. Davor nahm er die Fans noch einmal mit in sein Wunderland.

„There is only one Phil Taylor, one Phil Taylor, walking along, singing this song, walking in a Taylor wonderland." So lautet der in Anlehnung an ein berühmtes Weihnachtslied inbrünstig vorgetragene Text, den die Darts-Fans zu Ehren des 16-maligen Weltmeisters singen. Und zwar unabhängig davon, ob sie es mit der Darts-Legende halten oder nicht. „Über Taylor teilen sich auch bei uns in der Gruppe die Meinungen. Ich persönlich mag ihn nicht so", sagt Gessat, „aber beim Wonderland habe ich natürlich mitgesungen."

Die größte Darts-Bühne der Welt: Der Alexandra Palace in London ist Jahr für Jahr der stimmungsvolle Veranstaltungsort der WM. Große Leinwände transportieren das sportliche Geschehen ins Publikum. - © HK
Die größte Darts-Bühne der Welt: Der Alexandra Palace in London ist Jahr für Jahr der stimmungsvolle Veranstaltungsort der WM. Große Leinwände transportieren das sportliche Geschehen ins Publikum. (© HK)

Allein wegen der Gänsehaut-Stimmung waren Gessat und Co. allerdings nicht da. Auch wenn das natürlich dazugehört. Ugly Sweater und Nikolaushüte inklusive. „Wir haben ordentlich Party gemacht und bestimmt nicht nur Wasser getrunken", sagt Gessat, „aber wir interessieren uns schon für den Sport an sich". Gerade die Mischung macht es für ihn. „Wenn man selbst schon mal auf die Scheibe geworfen hat und dann sieht, mit welcher Stetigkeit die Spieler die schmalen Felder treffen, ist das schon sehr beeindruckend", sagt Gessat, der generell Präzisionsportarten wie Snooker oder Golf mag. Darts ist für ihn „vom Kopf her eine der anstrengendsten Sportarten" – gerade weil die Fans im Hintergrund so einen Rabatz machen.

Im Gegensatz zu anderen Sportarten wie Fußball bleibt es auf den Rängen übrigens friedlich. Dies kann Gessat, der schon im vergangenen Jahr bei der Darts-WM dabei war, nur bestätigen: „Obwohl nicht gerade wenig Alkohol im Spiel ist, habe ich nicht eine einzige handfeste Auseinandersetzung gesehen."

Video

Titel: Eindrücke von der Darts-WM



Copyright © Haller Kreisblatt 2018
Texte und Fotos vom Haller Kreisblatt sind urheberrechtlich geschützt.
Weiterverwendung nur mit Genehmigung der Chefredaktion.

Kommentare

Um Ihren Kommentar abzusenden, melden Sie sich bitte an.
Sollten Sie noch keinen Zugang besitzen, können Sie sich hier registrieren.

Mit dem Absenden des Kommentars erkennen Sie unsere Nutzungsbedingungen für die Kommentarfunktion an.

captcha