Borgholzhausener darf zur Ironman-Halbdistanz-WM in Südafrika

Triathlon: Daniel Knoepke (35) aus Borgholzhausen hat sich für die Weltmeisterschaft qualifiziert und sich damit selbst am meisten überrascht. Seine Wettkampfvorbereitung verlief nämlich ungewöhnlich

Philipp Kreutzer

Im Ziel: Daniel Knoepke hebt jubelnd die Arme, nachdem er die 70,3 Meilen im Wasser, auf dem Rad und auf der Laufstrecke in 4:11:28 Stunden hinter sich gebracht hat. - © Foto: HK
Im Ziel: Daniel Knoepke hebt jubelnd die Arme, nachdem er die 70,3 Meilen im Wasser, auf dem Rad und auf der Laufstrecke in 4:11:28 Stunden hinter sich gebracht hat. (© Foto: HK)
Im Ziel: Daniel Knoepke hebt jubelnd die Arme, nachdem er die 70,3 Meilen im Wasser, auf dem Rad und auf der Laufstrecke in der Gesamtzeit von 4:11:28 Stunden hinter sich gebracht hat. - © Foto: Haller Kreisblatt
Im Ziel: Daniel Knoepke hebt jubelnd die Arme, nachdem er die 70,3 Meilen im Wasser, auf dem Rad und auf der Laufstrecke in der Gesamtzeit von 4:11:28 Stunden hinter sich gebracht hat. (© Foto: Haller Kreisblatt)

Borgholzhausen. Im größten Shoppingcenter der Welt befinden sich eine Skihalle und ein Riesenaquarium. Bushaltestellen sind klimatisiert. Und die Polizei fährt Ferrari. „Dubai ist irgendwie surreal", sagt Daniel Knoepke. Der Borgholzhausener muss es wissen, schließlich ist er erst vor wenigen Tagen von einer zehntägigen Reise aus der größten Stadt der Vereinigten Arabischen Emirate heimgekehrt.

Neben unvergesslichen Erinnerungen, die er mit Ehefrau Ellen und Tochter Lilly (4) teilt, hat der Triathlet ein beeindruckendes Ergebnis mitgebracht: Als Sechstplatzierter der Altersklasse M 35 schaffte er beim Halbdistanz-Ironman den Sprung zur Weltmeisterschaft im September in Südafrika. Nach dem Start bei der Langdistanz-WM in Hawaii 2011 wird dies der zweite Höhepunkt seiner bisherigen Triathlon-Laufbahn sein.

4:11:28 Stunden betrug die Gesamtzeit, die Knoepke in Dubai für 1,9 Kilometer Schwimmen, 90 Kilometer auf dem Rad und den 21-Kilometer-Lauf benötigte. Damit belegte er in der Gesamtwertung unter mehr als 1900 Teilnehmern Rang 43. „Ich bin absolut zufrieden", betont der Triathlet, der seit Jahren für das Ejot Team TV Buschhütten startet. Inzwischen in der NRW-Liga, früher in der Zweiten Liga.

 „Dass so eine Zeit herauskommt, hätte ich nicht gedacht."

Als Erster aus dem Wasser: Daniel Knoepke am Strand. - © Screenshot
Als Erster aus dem Wasser: Daniel Knoepke am Strand. (© Screenshot)

Dass er so früh im Jahr, noch vor Beginn der hiesigen Saison, zu einer solchen Leistung imstande war, erstaunt Knoepke : „Normalerweise trainiere ich im Februar Grundlagenausdauer und habe noch kein Tempo. Für Dubai habe ich den Umfang deutlich erhöht, vor allem auf dem Rad." Auf der Straße war das Training im Dezember und im Januar allerdings nur einmal möglich. Knoepke holte sich die nötigen Kilometer also zu Hause „auf der Rolle". „Dass so eine Zeit herauskommt, hätte ich nicht gedacht. Das war für mich trotz 15 Jahren Triathlon eine neue Erfahrung", erzählt er.

Im Wettkampf fand sich Knoepke bei gut 20 Grad Außentemperatur von Beginn an gut zurecht. Nach dem Sprung ins Wasser am berühmten Burj Al Arab Hotel schwammen bald nur die schon zuvor gestarteten Profis vor ihm. Weder von den Wellen noch von der gerade aufgehenden, blendenden Sonne ließ er sich aufhalten und verließ das Meer als erster Amateur. Mit 24:10 Minuten war er nur 1:45 Minuten langsamer als der spätere Sieger Alistair Brownlee, Olympiasieger von 2012 und 2016.

Auf der flachen Radstrecke vom Strand in die Wüste und zurück, die er mit durchschnittlich 39 Kilometern pro Stunde absolvierte, zogen die besten Fahrer nach zwölf Kilometer an ihm vorbei. Mit der Radzeit von 2:19:12 Stunden wechselte Knoepke als Zehnter seiner Altersklasse auf die Laufstrecke auf der Strandpromenade – mit Blick auf den Wolkenkratzer Burj Khalifa, das mit 828 Metern höchste Gebäude der Welt. Mit einem Schnitt von 3:53 Minuten pro Kilometer benötigte er für den Halbmarathon 1:22:08 Stunden und machte vier Plätze gut, ehe er im Ziel jubelnd die Arme hochriss. „Dass ich das in dieser besonderen Umgebung geschafft habe, macht das Ganze für mich zu einem sehr speziellen Erlebnis", sagt Knoepke.

„Für uns als Familie eine tolle Erfahrung in einer anderen Kultur"

Als beeindruckend, sogar überwältigend empfanden die Knoepkes aber nicht nur die pompöse Architektur Dubais, sondern auch die Freundlichkeit der Einheimischen: „Sie sind vor allem sehr kinderlieb, deshalb war es für uns als Familie eine tolle Erfahrung in einer anderen Kultur."

Jetzt macht der Borgholzhausener erst mal Pause. Damit er möglichst bis zum Ende der langen Saison Reserven hat. Schließlich steht für ihn mit dem Start bei dem WM in Nelson Mandela Bay im September ein weiteres ganz besonderes Rennen an. Daniel Knoepke freut sich schon. Auf die sportliche Herausforderung genauso wie auf neue, unvergessliche Erlebnisse mit der Familie.

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